Albtrauf Herbst 2021

Ende Oktober

Freitag abends schon losgefahren und beim Sternen­park-St├╝tz­punkt Zainingen neben dem ehemaligen Truppen­├╝bungs­platz M├╝nsingen ├╝bernachtet. Auf der Autobahn Nebel aber oben auf der Alb klar und ein gewaltiger Sternen­himmel. Orion taucht schon auf, es ist Herbst. Sehr praktisch, unser "rollendes Hotel".

Zum Albtrauf haben wir in der "Wanderung am Albtrauf" (Link unten) schon einiges geschrieben. Die zerkl├╝ftete Abbruch­kante der Schw├Ąbischen Alb fasziniert uns immer wieder.

Diesmal haben wir 3 Tage Zeit und suchten uns passende Tages­touren heraus. Die erste Tour ist einer der sogenannten "Traufg├Ąnge". Die zehn Traufg├Ąnge (Rund­wanderungen) wurden durch den Schw├Ąbischen Albverein angelegt und sind bei Wanderern sehr beliebt.

Der Traufgang "Zollern­burg-Panorama" hat seine Haupt­attraktion schon im Namen. Als Rundweg kann man an verschiedenen Wander­park­pl├Ątzen loswandern. Wir starten in der N├Ąhe des Raich­bergs. Das Wetter wird sich im Laufe des Tages verschlechtern, deshalb steigen wir gleich am Anfang der Tour auf den Raich­berg­turm. Der Turm ist gar nicht besonders hoch, aber die Aussicht, die er bietet, ist faszinierend: im S├╝den die Alpen, die schroffe Kante des Albtraufs, das Albvor­land und auch auf der Albhoch­fl├Ąche gibt es einiges zu sehen. Und dann noch diese Herbstfarben...

├ťber einen kurzen Stichweg wandern wir vor zur Kante des Albtraufs. Der Weg ist breit, angenehm zu gehen und hat nur m├Ą├čige Steigungen. An vielen Stellen wurden B├Ąnke aufgestellt und Rastpl├Ątze angelegt. ├ťber den "hangenden Stein" kommen wir zum "Hohen­zollern­blick", wo man die Burg das erste Mal von ihrem Berg­sporn aufragen sieht. Am Zeller­horn sind wir ihr am n├Ąchsten und von dort k├Ânnten wir ├╝ber die Zeller­horn­wiese auch hin├╝ber zur Burg wandern.

Der Traufgang bleibt aber am Albtrauf und f├╝hrt dann weiter zum Zoller­steig­hof. Bis dorthin sind mit uns viele Wanderer unterwegs; nach dem Gasthof sind wir fast allein. Offen­sichtlich gehen viele Leute nur eine kleine Runde ├╝ber Raichberg, Zellerhorn oder Zollersteighof.

In Richtung Blasenberg geht es weiter an der Traufkante entlang. Immer wieder Aussichten zur Burg, diesmal sehen wir sie aber von ihrer S├╝dseite. Erst am Heiligen­kopf wendet sich der Weg nach S├╝dosten. Dort genie├čen wir eine letzte Aussicht ins Albvorland.

Hoch ├╝ber dem Klingen­bachtal f├╝hrt der Weg weiter nach Stich (Parkplatz und Stich­wirtschaft). Quer durch die feuchte Schmiecha-Niederung wandern wir weiter durch ein bach- und namen­loses Seitental. Nach dem sanften Anstieg in Richtung Raichberg schlie├čt sich unsere Runde. Gut, dass wir gleich am Anfang auf dem Turm waren, jetzt ist kaum noch gute Sicht.

Auf der Alb und am Albtrauf gibt es jede Menge Wander­park­pl├Ątze, viele davon mit Grill­platz bzw. Feuer­stelle und einer Spiel­wiese. Es scheint niemanden zu st├Âren, wenn man dort ├╝bernachtet; einige kleine Wohn­mobile stehen an den Pl├Ątzen herum. Wir haben vorsorglich Grill­kohle und Feuer­holz eingepackt und so wird es ein gem├╝tlicher Abend am Lagerfeuer.

Am n├Ąchsten Morgen k├Ânnen wir direkt von unserem ├ťber­nachtungs­platz starten. Das Wetter ist viel sch├Âner als angek├╝ndigt: blauer Himmel und ein paar W├Âlkchen. Die heutige Tour ist etwas k├╝rzer als die vom Vortag. Zuerst wandern wir zum Gie├čstein. Von dort haben wir einen sch├Ânen Rund­blick ├╝ber den Tal­kessel von Unter­hausen. ├ťber einen bewaldeten Berg­r├╝cken lugt der Sch├Ân­berg­turm, die "Pfullinger Unter­hose" hervor (siehe Albtrauf-Wanderung Link unten). In der Ferne kann man sogar die Fernseh- und Funkt├╝rme von Stuttgart entdecken.

An der Albtrauf­kante f├╝hrt der Weg im stetigen Auf und Ab zum Schloss Lichten­fels, das wir auch vom Weiten schon immer einmal zu sehen bekommen. Am "Alten Forsthaus" kommen wir gerade zur Mittags­zeit vorbei. Am Eingang eine kleine Menschen­schlange. Wir verzichten auf unser Wander­bierchen, wir haben ohnehin gen├╝gend Verpflegung im Rucksack.

Zum Schloss Lichtenstein ist es nur noch ein kurzes St├╝ck. Dort ist es uns aber schon zu ├╝berlaufen. Vor der Kasse eine riesige Schlange. An das Schloss kann man direkt mit dem Auto heranfahren, selbst die Reserve­park­pl├Ątze sind voll. Sch├Ân, dass wir zu Fu├č unterwegs sind.

Wir w├Ąhlen uns einen ruhigeren R├╝ckweg durch den Wald und sind nach ein paar Kilometern wieder gem├╝tlich zur├╝ck an unserem Start­punkt Kalkofen Unterhausen.

F├╝r den n├Ąchsten Tag haben wir eine Tour durch Randecker Maar und Schopflocher Moor geplant, deshalb fahren wir noch ein St├╝ckchen nach Norden. Oberhalb von Neidingen finden wir wieder einen sch├Ânen Wander­park­platz (Bahnh├Âfle) mit Feuer­stelle und Blick auf die Burgruine Reu├čenstein. Am Abend gesellen sich zwei Geologie-Studenten und Kletterer zu uns ans Lager­feuer. Wir plaudern etwas ├╝ber die Albtrauf-Geologie und das Kletter­gebiet und da sie zwei Gitarren dabei haben, gibt es sogar noch passende Lager­feuer­musik. Was willst Du mehr?

Am n├Ąchsten Morgen hat das Wetter komplett umgeschlagen. Es ist grau, windig und regnet ordentlich. Da m├╝ssen wir nicht unbedingt wandern.

Die geplante Tour entgeht uns aber nicht, wir kommen bestimmt mal wieder hier her, falls das Schicksal uns l├Ąsst, so Gott will, In sch─ü' All─üh und Masel tov. ­čÖé