Paddeln auf dem Regen von Regen bis Roding

Ostern 2001/1997
Unser traditionelles Osterpaddeln führte uns 2001 zum zweiten Mal in den Bayrischen Wald.
Die Wetterprognosen waren scheußlich. Aber wir konnten trotzdem neun mutige Eispaddler mobilisieren. Martin vom Bootsverleih (direkt am Bahnhof Kötzting) warnte uns davor, mit vollem Gepäck durch die Bärenlöcher zu fahren. Und ausnahmsweise wollten wir dem Rat eines Einheimischen folgen.
Wir setzten unsere Boote in der Stadt Regen ein. Nach ein paar hundert Metern - wir hatten uns noch gar nicht ans Paddeln gewöhnt - kam bereits das erste Wehr (Oleummühle, rechts umtragen). Der Regen floss schnell und häufig lagen große Steine im Wasser.
Das Wetter erinnerte mittlerweile an Goethes Osterspaziergang: "Der alte Winter in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück" - in denen wir uns befanden. Wir rasten nun durch die Bärenlöcher und konnten kaum noch etwas sehen, weil das Schneetreiben so dicht war. Die Bärenlöcher haben stärkere Strömung und viele Felsbrocken im Wasser. Es machte riesigen Spaß und wir sahen aus wie Yeti.
Die Papierfabrik Teisnach umtrugen wir links und ließen uns an der Teisnacher Brücke abholen.
Auch am zweiten Abend hatten wir die Zivilisation noch nicht verlassen. Wir waren immer noch auf dem Zeltplatz in Kötzting, der zwar warme Duschen zu bieten hat, aber ansonsten leider nicht sehr einladend ist. Am nächsten Morgen begrüßte uns Martin (vom Bootsverleih) mit den Worten: "Ihr seid wohl nicht totzukriegen!" Er fuhr uns zu unserer Einsatzstelle unterhalb des Blaibacher Stausees (Großer Parkplatz).
Dort begann unsere Ostertour 1997. Damals war es am Regen auch nass und kalt, nomen est omen.
Der Regen fließt hier zügig dahin, ist aber längst nicht mehr so reißend wie im Oberlauf. Es gibt einige Schwallstrecken und Steine. Kurz vor Chamerau passierten wir eine Blockstrecke, danach sickerte Wasser in unser Boot und wir sahen zu, Land zu gewinnen. Irgendein scharfer Gegenstand - der bestimmt nicht ins Wasser gehört - hatte unser Boot aufgeschlitzt. Die geniale Konstruktion des Ally-Kanadiers (Schaumstoffmatte zwischen Bootshaut und Gerippe) vermied ein schnelles Volllaufen. Ralf flickte das Boot und wir schlugen unsere Zelte auf. Hier konnten wir Lagerfeuer machen und zu Ralfs Gitarre singen.
In Cham am Kanuclub endete unsere Tour 2001.
1997 fuhren wir unmittelbar vor dem ersten Wehr in Cham links in den Mühlgraben (Strömung!), der hinter Cham wieder in den Regen mündet. An der Mühle trugen wir um. Unser Nachtlager schlugen wir auf dem Rastplatz in Untertraubenbach auf. Dort gibt es sogar einen Grillplatz und in unmittelbarer Nähe im Vogelschutzgebiet ist ein schöner hölzerner Aussichtsturm.
Den Wasserwanderplatz in Roding kann man sehr gut mit dem Auto erreichen. Hier bauten wir die Boote ab und das Osterpaddeln war leider schon wieder vorbei. Beschlossene Sache: Roding bis Regensburg paddeln wir auch noch.
Wertung: