Schneeschuhtour im Höllengebirge

2.-4. Januar 2009
Ein guter alter Bekannter von uns, Tilo (der Querulant ), lebte zu der Zeit zusammen mit seiner großen Liebe Annemarie als Hüttenwirtspaar auf der Rieder Hütte im Höllengebirge. So hatten wir die Möglichkeit, uns aus erster Hand über die dortige Schneelage zu informieren. Im Tal lag weder bei uns noch in Ebensee nennenswert Schnee, wir wollten aber das neue Jahr unbedingt mit einer schönen Schneeschuhtour beginnen.
So traf sich das bewährte Doppel-Doppelpack Rike&Andy & Susi&Ralf an der Feuerkogelbahn in Ebensee. Der Wetterbericht prophezeihte uns für den Vormittag Nebel, aber dass er so dicht sein und bis zur Nacht anhalten würde, davon war nicht die Rede. Unsere Freundin Garmin mit installierter Topografiekarte führte uns dann bei Sichtweiten von geschätzten 5 bis 10 Metern wohlbehalten bis zum Europakreuz am Alberfeldkogel. Nur mit Karte hätten wir dort sicher keine Chance gehabt, unser Ziel zu finden.
Auf der Leeseite des Alberfeldkogels suchten wir uns dann ein halbwegs ebenes und windgeschütztes Plätzchen für unsere Zelte und schlugen unser Nachtlager auf. Als Einschlafhilfe gab es nach dem Abendbrot noch einen Glühwein und dann schlüpften wir in unsere Schlafsäcke, da es doch schon empfindlich kalt wurde. Tilo berichtete uns am nächsten Tag, dass in dieser Nacht -20° waren, also genau die richtige Temperatur für Susis neuen Schlafsack - wenn einem nicht ab und zu Eiskristalle vom Innenzelt ins Gesicht gerieselt wären.
Für die doch nicht ganz so erholsame Nacht entschädigte uns aber tausendfach der Sonnenaufgang und der morgendliche klare Blick in die umliegenden Gebirge. Einfach fantastisch. Nach ausgiebigem, leckerem Frühstück stiefelten wir dann in Richtung Rieder Hütte. Die Feuerkogelbahn schreibt zwar irgendwo von einem "Hochplateau", aber es handelt sich wohl doch eher um eine Berglandschaft. Der Winterweg zur Rieder Hütte führt durch die Höllkogelgrube und von dort mit erheblichen Steigungen immer wieder über kleine Wellen. Bei jeder Welle hofft man dann, endlich die Rieder Hütte sehen zu können. Doch sie versteckt sich bis zuletzt. Wir waren mit unserem Gepäck jedenfalls ganz schön geschafft, als wir auf der Hütte ankamen.
Wir hatten uns inzwischen an die Kälte gut gewöhnt. So kam uns die warme Wirtsstube fast wie eine Biosauna vor. Nach einem Begrüßungsbier, leckerem Kuchen und ausgiebigem Schwätzchen servierte uns Annemarie ein köstliches Abendbrot. Danach fielen wir in unsere Betten, die doch deutlich bequemer waren als die Isomatten in der letzten Nacht.
Am nächsten Morgen deponierten wir unsere Rucksäcke in einer Senke unterhalb der Rieder Hütte und stiegen zum Großen Höllkogel hinauf. Die Bergflanke war durch den Wind verharscht und teilweise auch vereist. So konnten unsere alpinen Schneeschuhe mit ihren Harscheisen und Steighilfen mal richtig zeigen, was sie Erstaunliches zu leisten in der Lage sind. Auf dem Gipfel angekommen hatten wir eine schöne Sicht zum Alpenhauptkamm. Auch im Abstieg mussten wir uns auf unsere Schritte konzentrieren, denn ein Fehltritt hätte sicher mindestens heftige blaue Flecken nach sich gezogen. Der Berg ist eben erst bezwungen, wenn man wieder wohlbehalten unten angekommen ist.
Zurück zur Feuerkogelbahn führte uns der gut gespurte und durch Stangen markierte Rieder-Hütten-Weg. An der Feuerkogelbahn hatten wir dann noch eine schöne Aussicht auf den Traunsee.
Trotz schwerem Gepäck war es eine fantastische Erlebnistour und die Wanderung zur Rieder Hütte oder die Überschreitung des Höllengebirges über Rieder Hütte und Hochleckenhaus werden wir sicher auch im Sommer noch einmal genießen.