Februar 2005
Zu Weihnachten hatten wir uns Schneeschuhe gekauft und waren nun begierig darauf, endlich damit herumzustapfen. Im Januar sah es überhaupt nicht nach Schnee aus. Wir verschoben den Urlaub noch um eine Woche und pünktlich zum Urlaubsbeginn hatten wir beste Bedingungen.
Wir fuhren zuerst zum Dreiländereck Österreich-Tschechien-Deutschland in die Gegend von Bischofsreuth/Haidmühle. Die touristische Erschließung dort hält sich in Grenzen, wir hatten eine sehr schöne Ferienwohnung, die Schänken haben moderate Preise und auch die Loipen werden gespurt. Aber es herrscht nicht so ein Rummel, wie wir ihn später noch rund um den Großen Arber erleben sollten.
Der Umgang mit den Schneeschuhen war ganz schnell gelernt und wir unternahmen ein paar schöne Touren mitten durch den unberührten, traumhaften Winterwald. Wenn Du möchtest, kannst Du die Bonbonfee Susi in einem kleinen Video durch den Wald stapfen sehen (bei 1,10 m Schneehöhe).
Ein paar Mal fuhren wir auch Ski und rodelten, aber ehrlich gesagt kommt das beides nicht an das herrliche Schneeschuhwandern heran. Man kann einfach querfeldein losstiefeln und bewegt sich sicher und geländeunabhängig wie eine Kettenraupe. Selbst kleine Bäche oder querliegende Baumstämme o. ä. sind überhaupt kein Hindernis. Natürlich ist man etwas langsamer als beim Wandern und es strengt auch etwas mehr an, aber die Unabhängigkeit von geräumten Wegen oder gespurten Loipen ist phantastisch.
Ein zusätzlicher Höhepunkt war unser Winterbiwak bei stolzen -10° mit romantischem Lagerfeuer und kuschligem Schlafsack.
Von Bischofsreuth aus fuhren wir auch zum Stadtbummel nach Passau, waren auf dem Dreisessel, wo sich die drei Grenzen treffen und stiegen auf den Aussichtsturm auf dem Haidel.
(Wie allgemein bekannt ist, muss Susi ja zwanghaft auf alle besteigbaren Türme klettern - Zwergensyndrom .)
Unsere nächste Station war in Tschechien in Modrava die "Klostermannova Chata", ein sehr schönes, neu renoviertes Hotel mit exzellenter Küche. Die Leute dort waren äußerst freundlich und nett und die Gegend ist noch abgelegener, also wie für uns geschaffen. In der Nähe entspringen die Quellen von Moldau und Otava. Den Sommerprospekten nach zu urteilen, müssen wir dorthin unbedingt noch mal zu anderen Jahreszeiten, vielleicht per Fahrrad. Otava-Paddeln ist auch schon fest vorgenommen.
Die letzen paar Tage des Urlaubs verbrachten wir dann in Bodenmais am Fuße des großen Arber. Wie schon angedeutet, tobt dort der Tourismus, dass es einen fast krank machen kann. Der Ort behauptet von sich alle verfügbaren Superlative, es gibt sogar (kein Witz) Ehrennadeln für bis zu 50-maligen Gastaufenthalt. Was die Leute aber an der überlaufenen Gegend besser als am Böhmerwald oder am südlichen Bayrischen Wald finden, wird uns wohl ewig verschlossen bleiben.
Wir hatten aber bereits so viele schöne Urlaubserlebnisse im Gepäck, dass uns Bodenmais nicht mehr aus der Fassung bringen konnte und tatsächlich begann zwei Tage nach unserer Abreise das Tauwetter. Danke, Väterchen Frost!